Vergebung geschieht für einen selbst

Eine Vergebensübung von Siegfried Essen

Verletzungen und Kränkungen können aus verschiedenen Gefühlsreaktionen hervorgehen: z. B. durch sich nicht gesehen oder gehört fühlen, sich allein- oder im Stich gelassen fühlen, sich blamiert und ausgelacht oder betrogen fühlen, sich ge- oder missbraucht fühlen usw.

Verletzungen und Kränkungen führen oft dazu, dass wir uns als "Opfer" vor weiteren Verletzungen schützen wollen, z. B. durch Zurückhaltung und Depression, Wut oder Rachegedanken. Damit verschließt man jeodch die eigentliche Verwundung, sodass sie nicht heilen kann - wie eine Faust, die sich um einen Angelhaken schließt. Die primären Gefühle unserer Verletzung oder Kränkung werden dadurch übertönt, betäubt, verdrängt - und sozusagen verewigt.

Vergeben heißt nichts anderes als das Loslassen einer solchen Verletzung oder Kränkung. Es geschieht immer für einen selbst, und nicht für den anderen. Man zieht mit einer Vergebung den Haken wie aus der eigenen Wunde heraus und lässt die Angelschnur los.


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(Dauer: ca. 15 Minuten)

 
 
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